Burg
Neuberg
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In
den Jahren 1125/28 schenkte Marktgraf Leopold der Starke
dem Ahnherr der Stubenberger, Wolfber-Wulfing, ausgedehnte
ungerodete Gebiete am Südhang des Masenberggebirgsblockes.
Wulfing errichte beim heutigen Pöllau um 1130 sein
Herrschaftszentrum, von hier aus begann er mit der Urbarmachung
des Landes. Bald nach 1160 erbten seine drei Söhne
den ausgedehnten Besitz, einer von ihnen, Gottschalk Schirling,
erbaute um 1165/66 als Zentrum seiner Herrschaft die Burg
Neuberg. Die Burg liegt auf halber Höhe auf einer von
zwei Bächen ausgefressenen Felszunge. Gegen Osten hin,
woher der Feind drohte, lag sie gut versteckt. Die Burg
diente auch als erster Vorposten zur Sicherung des Stubenberger
Besitzes, der ja durch das Einfallstor bei Hartberg besonders
gefährdet war.
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Von
dieser Burg aus begann als Gottschalk sein Rodungswerk, noch vor
1190 gründete er unter der Burg Löffelbach, er errichtete
die Meierhöfe in Neuberg, Meierhof und Hof, von wo aus die
Rodung in Richtung Pöllauberg vorangetrieben wurde. Um 1192
erfolgte eine Teilung zwischen Gottschalks Söhnen, Neuberg
fiel an den jungen Gottschalk. Sein Nachkomme, Gottschalk III.,
1251 Kämmerer der Steiermark, erwies sich als streitbarer
Zeitgenosse. Um 1248 geriet er mit seinem Verwandten Wulfing von
Stubenberg in Streit, wurde von ihm geschlagen und gefangen genommen.
Mit 50 Mark Silber konnte er sich schließlich auslösen.
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Gottschalk
IV. findet man im Gefolge König Rudolfs I. im Heerlager
vor Wien, 1278 nimmt er an der großen Schlacht am Marchfeld
teil. Unter den Neubergern erlangte auch Gottschalk VIII.
überregionale Bekanntheit - gemeinsam mit seiner Frau
und seinem Bruder stiftete er 1333 die Wolfgangkapelle im
Kapitelsaal des Klosters Lilienfeld. Weil alle anderen Neuberger
Linien ausgestorben waren, erbte Gottschalk VIII. alle Neuberger
Besitzungen, darunter auch Wörth und Talberg.
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1345
war er der steirische Beauftragte bei der Berichtigung der Grenze
zwischen Ungarn und der Steiermark im Abschnitt Hartberg-Drau. Eine
beträchtliche Vermehrung ihrer Macht konnten die Neuberger
durch Heinrich III. am 25. August 1459 erreichen: Heinrich erwarb
von Hans von Stubenberg die Burg, den Markt und die Herrschaft Pöllau
mitsamt dem Gericht. Mit dem Tod Hans III. erlosch das Geschlecht
der Neuberger im Jahre 1483.
Wegen
Hochverrates wurde die Burg vom Landesfürsten eingezogen. Neuberg
wurde in der Folge von Pflegern verwaltet, bis die Herrschaft und
1525 auch die Burg an die Herbersteiner kamen, die auch hohe und
niedere Gerichtsbarkeit ausübten. Streitigkeiten ergaben sich
hin und wieder mit dem Stift Pöllau.
Diese
erste Besitzperiode der Herbersteiner auf Neuberg dauerte bis 1603,
damals verkauften Hans Siegmund Freiherr zu Herberstein die Herrschaft
an Gabriel von Teufenbach zu Mayerhofen und Untermayerhofen. Darauf
folgten verschiedene Besitzerwechsel, bis die Herrschaft durch Kauf
(61.000 Gulden) am 25. Juni 1660 wieder an Johann Georg Graf zu
Herberstein gelangte. Im Besitz dieser Familie blieb Neuberg bis
nach dem 2. Weltkrieg.
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Kurz
vor der Grundentlastung von 1848 ist Neuberg im Jahre 1847
beschrieben worden: Die Herrschaft besaß Zivilgerichtsbarkeit
ersten Instanz in allen Streitsachen und Untertanen, 12 Steuer-
und Konskriptionsgemeinden zählten zur Herrschaft. Sie
übte das Patronatsrecht über das Benefizium in der
Kirche St. Ägydius zu Neuberg und die Vogtei über
die St. Anna-Kirche aus. Die Burganlage selbst besteht aus
einem fünfeckigen Bau, er umschließt den quaderförmigen
Bergfried aus dem 12. Jahrhundert. Um diesen Kern ist im Süden
und Westen eine viergeschossige Wohanlage gruppiert, die starke
Umfassungsmauer zählt zur ältesten Bausubstanz.
Die Burg wurde von den Herbersteinern im zweiten Viertel des
16. Jahrhunderts zur Renaissancefestung umgestaltet.
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