Römscher Landsitz "Villa Rustica"


Ihrem Grundriss nach gehört die Villa Rustica Löffelbach zum Typus der Peristylvillen mit Porticus. Einem von Säulenhallen umgebenen Gartenhof (peristylium) ist - hier nach Süden - ein Galeriegang (porticus) vorgelagert, durch den der hier nicht erhaltene Haupteingang in das Gebäude geführt hat.

Modell der "Villa Rustica" Von den Säulengängen aus konnten die Wohn- und Repräsentationsräume betreten werden.

Durch eigene Korridore waren zwei Nebengebäude mit dem Kerngebäude verbunden: im Osten ein abgesetzter Komplex von Repräsentationsräumen und im Westen die zuerst kleiner konzipierten und alleinstehenden Bademöglichkeiten.
Viele Räume waren mit buntfarbigen Wandmalereien dekoriert und mit Fußbodenheizung ausgestattet.
Frischwasser wurde von einer Quelle zugeführt und im Gebäude durch Bleirohre verteilt. Ein wohldurchdachtes Kanalsystem gewährleistete die Entwässerung durch Peristyl, Küchen, Baderäumen und Abort.

Erhalten blieben nahezu nur die Fundmente. Das Steinmaterial des aufgehenden Mauerwerks ist - vermutlich im Mittelalter - für Bauten in der näheren und ferneren Umgebung abgebrochen und verschleppt worden (Orte Löffelbach und Schildbach, Burg Neuberg, Stadt Hartberg).

Die Erbauer
Erstbesitzer des Landguts und Erbauer könnte ein wohlhabender Angehöriger der Familie der Turbonii gewesen sein, die aus Flavia Solva (Leibnitz) bekannt sind. Er ließ seinen Gutshof durch Freigelassene bewirtschaften und verwalten. Der Besitzer des Gutshofes im 4. Jh., der den großzügigen Umbau zur Letztgestalt in Auftrag gegeben hat, muss dem spätrömischen Provinzadel angehört und Verbindung zur Führungselite des Reiches gehabt haben. Dies verrät der im letzten Baukonzept der Villa ausgedrückte Repräsentationsanspruch.